Mehr Einfachheit durch Minimalismus

Hi!

Ich habe in letzter Zeit (seit August) keine Blogposts mehr geschrieben. Das hatte einige Gründe. Keine Zeit, keine Lust und keine Inspiration.

Das mit der Zeit und Lust ist im Grunde nicht so richtig wahr. Ich habe ja auch total Lust und viel Zeit gehabt, mehrere Serien auf Netflix zu gucken. In der Tat war es eher ein Problem mit der Inspiration gewesen.

Ich habe meine “Bloggerkarriere” mal gestartet, um so zu sein wie meine Lieblingsblogger. Das Problem, dass sich dadurch aber ergibt ist,  dass es diese Blogs mit ihren Inhalten ja schon gibt. Wer will schon einen schlechten Abklatsch von Nerdcore oder Mind’s Delight lesen? Ich auf jeden Fall nicht. Und ich will auch auf keinen Fall einer sein. Dieser Blog und mein Internet Alter Ego “herr_stemme” müssen und sollen etwas Eigenständiges sein. Etwas, was andere gerne lesen und ansehen möchten. Und deswegen habe ich mir gedacht, dem ganzen Projekt hier eine neue Richtung zu geben.

Es wird mit Sicherheit noch die alten Themen von mir auch in Zukunft geben. Schließlich mag ich meine nerdigen Themen ja immer noch. Daran hat sich nichts geändert. Nur fehlte irgendwie ein Alleinstellungsmerkmal. Ein roter Faden. Ein Grund, richtige Texte zu schreiben.

Ich habe einfach mal geschaut, was sich immer wieder wie ein roter Faden durch alle meine Social Media Kanäle zieht. Da gibt es Themen, wie Design und Nachhaltigkeit, Technik und Fortschritt. Irgendwelche Serien- und Filmthemen. Mich interessieren eben unglaublich viele Dinge. Das schafft viel Verwirrung und Unordnung. Besonders in meinem eigenen Kopf, weil alle meine Lieblingsthemen jeden Tag auf mich einprasseln wie ein Hagelsturm. Meine Feeds in Facebook, Instagram und Twitter sehen aus, wie ein buntes Themenkonfetti.

Und dieses Gefühl der Planlosigkeit und der Unruhe machen sich auch in meinem Alltag sehr bemerkbar. Ich habe immer große Schwierigkeiten, um mich herum kein Chaos entstehen zu lassen, oder mich ordentlich auf eine Sache zu konzentrieren.

Dann fiel mir wieder ein, dass das Thema “Minimalismus” mich schon immer sehr fasziniert hat. Die Begrenzung auf das Wesentliche. Auf das wirklich Wichtige und Wertvolle. Mich hat auch immer schon minimalistisches Design fasziniert. Die Ruhe und Eleganz, die es ausstrahlt. Jetzt nicht mal unbedingt, wie bei Apple Produkten oder Designerklamotten, oder so. Sondern so dieses Zenfeeling. Das Aufgeräumte und Klare.

Hinzu kommt auch, dass ich seit März Vater von einem kleinen Wirbelwind von Kind bin und das Aufräumen und die zusätzlich anfallenden Handgriffe im Alltag einfach sehr viele sind. Da muss man schon aufpassen, dem Herr zu werden.

Und nach Jahren der freundlichen Ermahnung und Ermunterung meiner Partnerin, und der stillen Bewunderung der coolen Minimalisten im Internet, habe ich mich entschlossen, es auch mal zu probieren.

Werden wir halt ein Minimalist

Werden wir halt Minimalist und ihr könnt euch das auch noch peu à peu angucken.

Als erstes habe ich mit meinem Kleiderschrank angefangen. Ich bin mir nicht sicher, ob das was typisch männliches ist, aber bündelweise alte Tennissocken zu besitzen, scheint dazu zu gehören. Mein Schrank quoll über vor lauter Scheiß. Ich hatte einen Frack, den ich mal gebraucht irgendwo gekauft habe und nur mal zu Halloween getragen habe. Oder einen alten und schlecht sitzenden Anzug. Alte Hemden, die mir, nachdem ich letztes Jahr ein Muskelprotz wurde, nicht mehr passten. Und so weiter. Das kennt ihr bestimmt von euren Kleiderschränken auch. Zum Glück fiel mir die tolle Konmari Methode der Japanerin Marie Kondo ein! Sie ist mit einem tollem Buch (das Bild ist ein Affiliate Link zu amazon.de) weltweit bekannt geworden.

 In dem Buch beschreibt sie sehr unterhaltsam und ausführlich, wie man mal so richtig Ordnung schafft und ausmistet.

Dabei steht die Frage,”Does it spark joy?”, immer im Vordergrund.

Eigentlich etwas kitschig für meinen Geschmack , aber naja, probieren wir es halt aus.

Nach zwei Stunden war mein Kleiderschrank fast leer. Anstatt, dass er aussah, wie ein Haufen Restposten bei H&M, habe ich jetzt einen übersichtlichen Kleiderschrank. Alles, was sich darin befindet, ziehe ich auch an und alles lässt sich super kombinieren. Geschafft! Socken für etwas mehr als eine Woche habe ich noch.

Als nächstes kam mein Bücherregal an die Reihe. Hier fiel mir die Arbeit leichter. Ich habe im Laufe der letzten Jahre immer wieder Bücher rausgeschmissen, die man nur einmal liest und dann nie wieder in die Hand nimmt. Bücher von Comedians zum Beispiel, oder alte Sach- und Fachbücher aus der Uni. Den Krempel habe ich dann zusammen mit all meinen CDs an momox.de vertickt.

Cds brauche ich sowieso nicht mehr. Ich habe die Plastikscheiben vor Jahren schon alle in meine iTunes Mediathek übertragen und benutze ohnehin die meiste Zeit Spotify, um Musik zu hören. Also konnten die alle weg. Auch die tollen und gar nicht überteuerten Special Super Editions. Etwas traurig war ich schon. Dafür habe ich jetzt aber mehr Platz.

Ich bin ein digitaler Messie

Nachdem das nun aus der Welt geschafft wurde, bleibt mir nur noch mein digitales, chaotisches und überfülltes Leben übrig.

Wenn es digitale Messies gibt, dann bin ich definitiv einer von ihnen. Meine E-Mail Postfächer laufen extrem über, meine auf Facebook und in Pocket gespeicherten und natürlich ungelesenen Artikel setzen Staub an. Ich habe mehr YouTube Abos, als ich je schauen kann und folge mehr Inhalten und Gedöns, als man verfolgen kann. Völlig zugekotzt mit Content. Da kommt schon Stress auf, wenn man einfach nur mal ein paar Nachrichten verfolgen will. Oder entspannt sich Unterhaltung sucht.

Und da soll mal einer kluge und gehaltvolle Inhalte für seine eigenen Kanäle schaffen.

Und das ist einer der Gründe, warum hier immer so wenig passiert. Also Gehaltvolles. Auf Facebook reposte ich ja maximal Inhalte von anderen Facebookseiten, was ich sehr schade finde. Nur Twitter und Instagram werden wirklich mit eigenen Inhalten gefüllt. Und das merke ich auch deutlich an den (für euch langweiligen) Zahlen. Da passiert einfach mehr. Mehr Engagement. Mehr Follower. Mehr Spaß.

Deswegen versuche ich, meine neu gewonnene Faszination für den Minimalismus auch hier Einzug halten zu lassen. Dann muss ich mich nicht mehr verbiegen und probieren, René Walter von Nerdcore oder Michael Stevens von VSauce zu sein. Die gibt es ja schon.

Die alten Themen gibt es natürlich immer noch, aber mein Fokus wird es nicht mehr sein, euch die neuesten News aus Technik, Film und Fernsehen zu geben. Das machen andere wesentlich besser als ich. Natürlich poste ich mal über Facebook, oder Twitter meinen Nerdkram, wenn mir was wirklich, wirklich Tolles unter die Augen kommt.

Hier im Blog selbst und dann auf YouTube geht es nur noch monothematisch rund.

(Ich plane übrigens einen Podcast zu machen. Ich lade dann pro Folge einen anderen Bekannten ein und unterhalte mich mit ihm oder ihr über unsere gemeinsamen Lieblingsthemen. Also, schön gemischt.)

Freuen wir uns auf die kommenden Wochen und auf das nächste Jahr.

Euer Mathias

 

Continue Reading